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Neustadt an der Weinstraße
Neustadt an der Weinstraße (vor 1939 "Neustadt an der Haardt") ist eine kreisfreie Stadt und liegt an der mittleren Haardt in Rheinland-Pfalz.
Geografie
Lage
Die Kernstadt von Neustadt liegt am östlichen Rand des Pfälzer Waldes, dem Haardtgebirge, und am westlichen Rand der Oberrheinischen Tiefebene inmitten des um 10 km breiten und 80 km langen Weinbaugebietes der Pfalz. Die Stadt wird von West nach Ost vom Speyerbach durchflossen sowie vom Rehbach, der sich innerhalb der Stadt am Winzinger Wassergescheid nach links vom Speyerbach trennt, um - nach Durchquerung der Ebene - einige Kilometer weiter nördlich als dieser in den Rhein zu münden.
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die West-Ost-Ausdehnung des Stadtgebiets mitsamt den eingemeindeten Ortsteilen beträgt 22,5 km, die Nord-Süd-Ausdehnung 9,5 km.
Nachbargemeinden
(im Uhrzeigersinn)
# Deidesheim
# Ruppertsberg
# Meckenheim (Pfalz)
# Haßloch (Pfalz)
# Maikammer
# Lindenberg (Pfalz)
Klima
:: Klimadiagramm von Neustadt an der Weinstraße:
Bild:Neustadt.png
Geschichte
Eckpunkte
Ortsteile
# Diedesfeld
# Duttweiler
# Geinsheim
# Gimmeldingen
# Haardt
# Hambach
# Königsbach
# Lachen-Speyerdorf
# Mußbach
Die außerhalb der Kernstadt gelegenen Ortsteile waren bis zur Eingemeindung im Jahre 1969 bzw. 1974 (Duttweiler) eigenständige Dörfer. Seither ist der Bürgermeister durch einen Ortsvorsteher ersetzt, die Befugnisse des früheren Gemeinderats sind hauptsächlich auf den Stadtrat, in geringerem Maße auch auf den neuen Ortsbeirat übergegangen.
Politik
Stadtrat
Ergebnis der Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004:
# CDU 47,1% (-2,9) - 21 Sitze (-2)
# SPD 22,3% (-9,2) - 10 Sitze (-4)
# FWG 15,8% (+6,7) - 7 Sitze (+3)
# GRÜ 9,3 (+3,6) - 4 Sitze (+2)
# FDP 5,5% (+2,3) - 2 Sitze (+1)
Staatliche Einrichtungen
Neustadt an der Weinstraße ist Sitz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd). Sie wurde im Jahre 2000 gegründet und löste die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz ab. Im Gegensatz zu dieser besitzt die SGD Süd als mittlere Verwaltungsbehörde nicht mehr regionale, sondern funktionelle Zuständigkeiten, die sich teilweise auf das gesamte Bundesland Rheinland-Pfalz erstrecken.
In Neustadt befindet sich das für ganz Rheinland-Pfalz zuständige Finanzgericht.
Vorreiterrolle bei Verwaltungsreform
Neustadt an der Weinstraße war bis 2002 die einzige kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, die seit 1993 in Folge ihren Haushalt ausgleichen und gleichzeitig den kommunalen Schuldenberg zwischen 1989 und 1999 um über 1/3 (etwa 37 Millionen Euro) reduzieren konnte.
Dabei hatte die Verschuldung der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße bereits Mitte der 1980er Jahre ihren Höhepunkt mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 2.297 Euro (zu damaligen Preisen) bei einer Einwohnerzahl von etwa 50.000 erreicht. Mitte 1999 lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 1.173 Euro.
Neustadt an der Weinstraße erhielt für diese Leistung 1997 den "Verwaltungsmanagement Award 97" für intelligente Sparkonzepte vom "Institute for International Research" und der Zeitschrift "Die innovative Verwaltung".
Ausführliche Informationen zu dieser bundesweit beachteten Entwicklung unter [http://www.kommunalverschuldung.de www.kommunalverschuldung.de]
Seit 2003 steckt der kommunale Haushalt wieder in den roten Zahlen.
Wirtschaft
Tourismus und Weinbau gehören zu den Haupteinnahmequellen Neustadts. Zur Zeit ist Neustadt neben Landau die größte Weinbaugemeinde Deutschlands. Außer dem Weinbau gibt es auch noch eine nennenswerte Papierindustrie, die sich entlang des Speyerbachs durch Neustadt zieht.
Ansässige Unternehmen
Neustadt ist Sitz folgender Großfirmen:
- Zentrale der Hornbach-Holding-AG
- Europa-Zentrale der SIGMA Sport GmbH
- Keke-Rossberg
Verkehr
Hornbach-Holding-AG
18px Dank der Nähe der 1990 fertiggestellten A 65 besitzt Neustadt eine sehr gute Verkehrsanbindung. In ca. 20 Minuten erreicht man Ludwigshafen am Rhein und Mannheim, Karlsruhe in 30 und Stuttgart in 80 Minuten. Zum Frankfurter Flughafen benötigt man ca. 70 Minuten, den Flughafen Hahn erreicht man in 80 Minuten.
18px Seit 1996 halten zweimal täglich ICE-Züge auf dem Weg von Mannheim über Kaiserslautern nach Saarbrücken in Neustadt Hbf.
18px Durch die Einführung der S-Bahn RheinNeckar (2002) wurde die Einbindung Neustadts ins deutsche Eisenbahnnetz und den Rheinland-Pfalz-Takt weiter verbessert.
In einem gemeinsamen Halbstundentakt fahren die Linien S 1/2 ab Hauptbahnhof und Neustadt-Böbig nach Kaiserslautern und in Richtung Mannheim. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 3/4 nach Speyer.
Städtepartnerschaften
- Mâcon, Frankreich
- Lincoln, Großbritannien
- Musange, Ruanda
- Wernigerode, Sachsen-Anhalt
- Quanzhou, Volksrepublik China
- Mersin-Yenisehir, Türkei
- Manchester (New Hampshire), USA
- Mitglied der internationalen Städtefreundschaft "Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa" mit 34 Mitgliedern aus fünf Staaten (Stand: 2005).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kultur
- Freilichtbühne im Park der Villa Böhm - [http://www.neustadter-schauspielgruppe.de Neustadter Schauspielgruppe]
- Der Saalbau - Theater & Konzerthaus
Bauwerke
- Hambacher Schloss
- Ruine der Wolfsburg
- Stiftskirche (mit getrenntem Schiff für Katholiken und Protestanten)
- Casimirianum
- Historische Altstadt
- siehe auch: Wandmalereien des Künstlers Werner Holz in Neustadt
Vereine
Deutsche Wanderjugend
Feste
In Neustadt wird im Rahmen des Deutschen Weinlesefestes die Deutsche Weinkönigin gewählt. Höhepunkt des Festes, das traditionell Anfang Oktober stattfindet, ist der größte Winzerfestzug Deutschlands.
Weinfeste gibt es von der Mandelblüte bis in den Oktober an fast jedem Wochenende. Besonders bekannt sind das Andergasser Fest in Hambach, das Mandelblütenfest in Gimmeldingen und natürlich das bereits erwähnte Deutsche Weinlesefest mit den Haiselscher am Bahnhof.
Ende August findet (u. a. auch in Neustadt) der Weinstraßentag statt, bei dem die gesamte Weinstraße für den Verkehr gesperrt ist; nur Fahrradfahrer und Fußgänger dürfen auf ihr unterwegs sein. Überall finden dann Feste und Ausstellungen statt, und die gesamte Pfalz feiert.
Bildung
Gymnasien
- Käthe-Kollwitz-Gymnasium
- Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
- Leibniz-Gymnasium
Realschulen
- Georg-von-Neumayer-Realschule
Erwachsenenbildung
- Volkshochschule
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Mario Basler, Fußballnationalspieler
- Gregor Braun, Rad-Olympiasieger
- Walter Bruch, Erfinder des PAL-Farbfernsehsystems
- Edgar Dacqué, Paläontologe
- Otto Dill, Maler
- Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerin
- Hans Geiger, Erfinder des Geigerzählers
- Emil Helfferich, international tätiger Kaufmann
- Dr. Karl Helfferich, Bankier und Politiker
- Bernhard Hoëcker, Comedian
- Judith Kaufmann, Journalistin und TV-Moderatorin
- Albert H. Keil, Pfälzer Mundartpreisträger
- Udo Röbel, Journalist (Kießling-Affäre, Gladbecker Geiseldrama)
- Mario Scheuermann, Weinautor
Ehrenbürger
- Josef Bürckel (bis 1947)
- Alban Haas, Theologe und Heimatforscher
- Friedrich Hetzel, Bankier und Mäzen
- Georg von Neumayer, Polarforscher
Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
- Ulf Hoelscher, Geiger und Dozent, machte in Neustadt Abitur
- Erika Köth, Sopranistin, lebte in Neustadt
- Gernot Rumpf, Bildhauer und Dozent, machte in Neustadt Abitur und lebt dort
Weblinks
- [http://www.neustadt-weinstrasse.de/ Stadt Neustadt an der Weinstraße (Startseite mit WebCams)]
- [http://www.neustadt.pfalz.com Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.otto-dill-museum.de/ Otto-Dill-Museum]
- [http://www.stadtmuseum-neustadt.de/index.php Stadtmuseum Villa Böhm]
- [http://www.neustadter-schauspielgruppe.de/ Freilichtbühne im Park der Villa Böhm]
- [http://www.fotogalerie-neustadt.de/ Fotogalerie von Neustadt an der Weinstraße]
- [http://www.stadtportal-neustadt.de/ Stadtportal Neustadt - Online-Zeitung]
- [http://www.neustadt-in-europa.de/ Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa]
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Vorderpfalz
Deutsche Weinstraße
Die Deutsche Weinstraße verläuft mitten in der Pfalz entlang den Bundesstraßen 271 und 38 (alt) und ersteckt sich, beginnend bei Bockenheim im Norden, auf einer Länge von 85 km bis an die deutsch-französische Grenze bei Schweigen-Rechtenbach. Sie durchzieht seit 1935 das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands (die frühere "Rheinpfalz", heute "Pfalz") und ist damit die älteste Weinstraße hierzulande.
Topographie
Im Westen wird die Deutsche Weinstraße begrenzt durch den Ostrand des Pfälzer Waldes, das Haardtgebirge, im Osten liegt die Oberrheinische Tiefebene, die Breite der Region "Weinstraße" beträgt bis zu 10 km. Am südlichen Ende der Deutschen Weinstraße steht an der Grenze zum Elsass das Deutsche Weintor, am Nordende zu Rheinhessen hin das Haus der Deutschen Weinstraße. Entlang der Route finden sich viele bekannte Weinorte wie z. B. Bad Bergzabern, Landau, Edenkoben, Neustadt, Deidesheim, Forst, Wachenheim und Bad Dürkheim. Viele tragen den Zusatz "an der Weinstraße".
Klima und Vegetation
Mit jährlich über 1.800 Sonnenstunden besitzt das Gebiet um die Deutsche Weinstraße ein fast mediterranes Klima, mitunter wird die Gegend sogar als "Toskana Deutschlands" bezeichnet. Infolge dieses milden Klimas gedeihen hier im Freiland Feigen, Kiwis, Zitronen und Esskastanien. Bekannt ist die Weinstraße auch durch die Mandelbäume, die rechts und links der Trasse stehen und bereits Ende Februar/Anfang März rosa oder weiß zu blühen beginnen.
Doch das typische Gewächs an der Deutschen Weinstraße ist natürlich die Weinrebe, welche die regionale Landwirtschaft nahezu ausschließlich prägt. Eingeführt durch die Römer, fand die Rebe hier ideale Voraussetzungen: Wärme wie erwähnt, Regenarmut infolge des westlich vorgelagerten Pfälzer Waldes, Abmilderung von Spätfrösten wegen der Hanglagen, die den Abfluss kalter Luftmassen in die Rheinebene beschleunigen.
Weinfeste
Wegen der zahlreichen Weinfeste, die zwischen März und Oktober stattfinden, zieht die Region immer mehr Touristen an. Die bekanntesten Weinfeste sind der Dürkheimer Wurstmarkt (im September), das Neustadter Weinlesefest (im Oktober), auf dem die Deutsche Weinkönigin gewählt wird, und das Freinsheimer Stadtmauerfest (im Juli). Beim Gimmeldinger Mandelblütenfest, dessen Termin (meist im März) vom Eintritt der Mandelblüte abhängig ist, erfolgt die Wahl der Mandelblütenkönigin.
Für Fremde ungewohnt sind die Gläser, aus denen bei den Festen entlang der Deutschen Weinstraße der Wein getrunken wird. Im Gegensatz zu anderen Weinanbaugebieten werden nämlich nicht 0,25-Liter-Gläser, sondern 0,5-Liter-Gläser verwendet. Deshalb heißt es in einem Pfälzer Lied (nach der Übersetzung ins Hochdeutsche) auch:
Auf, ihr Brüder, in die Pfalz,
wo der Schoppen noch ein halber Liter ist...
Typisch sind die so genannten Dubbegläser ("Tupfengläser"), die voluminöser als Stangengläser sind, sich von oben nach unten verjüngen und außen runde Vertiefungen ("Dubbe") aufweisen. Insbesondere nach drei bis vier Schoppen weiß man auch, warum solche Gläser besser geeignet sind als die Stangen: man kann sie wesentlich einfacher festhalten ;-)
Weblinks
- [http://hill4gis-web.de/WikiFreizeitRP/index.php?title=Deutsche_Weinstra%C3%9Fe Das erste interaktive Freizeitportal für Rheinland-Pfalz mit Touren von Jedermann für Jedermann - WikiFreizeitRP]
- [http://www.deutsche-weinstrasse.de/ Deutsche Weinstraße e.V.]
- [http://www.zum-wohl-die-pfalz.de/ Pfalzwein e.V.]
Kategorie:Ferienstraße
Kategorie:Vorderpfalz
Kategorie:Wein
Haardt
Die Haardt ist eine Landschaft in der Pfalz (Bundesland Rheinland-Pfalz).
Geologie und Topographie
Im geologischen Sinne ist die Haardt eine Höhenstufe und trennt den Rheingraben vom Pfälzer Wald, dem sie vorgelagert ist. Sie gehört zum südwestdeutschen Mittelgebirgs-Stufenland (s. Weblinks).
Östlich der Haardt erstreckt sich die Oberrheinische Tiefebene, der Pfälzer Wald liegt westlich. Dessen Ostrand ist das Haardtgebirge mit der Kalmit (673 m) als höchster Erhebung.
Gelegentlich wird der Begriff Haardt fälschlich synonym zu Pfälzer Wald verwendet.
Wirtschaft und Klima
Der größte Teil des Weinanbaugebiets der Pfalz liegt an der Haardt, die Weinorte werden verbunden durch die Deutsche Weinstraße.
Die günstige Thermik lässt die warme Luft nachts an den Hängen emporsteigen, während die kalte in die Ebene abfließt, so dass an den Rebenhängen der Haardt gerade in Frühjahr und Herbst eine geringere Frostgefahr besteht.
Infolge der günstigen klimatischen Verhältnisse wachsen hier im Freiland auch Feigen- und Mandelbäume sowie Kiwis und Zitronen.
Weblinks
- [http://www.destatis.de/basis/d/geo/geotxt.htm Statistisches Bundesamt Deutschland - Geographie]
Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Vorderpfalz
Pfälzer Wald
Die Mittelgebirgslandschaft Pfälzer Wald (so die amtliche Schreibweise, häufig auch Pfälzerwald) im Bundesland Rheinland-Pfalz ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas und hat eine Fläche von 177.100 ha (= 1.771 km²). Der Pfälzer Wald nimmt ein gutes Drittel der gesamten Pfalz ein, von der er seinen Namen hat.
Eine Zusammenstellung aller Artikel mit Bezug zum Pfälzer Wald findet sich im gleichnamigen Portal.
Bedeutung
1958 wurde der Naturpark Pfälzer Wald geschaffen. Dieser Naturpark wurde 1998 deutscher Teil des ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservates der UNESCO, nämlich des Biosphärenreservates Pfälzer Wald-Vosges du Nord. Er war damit das 12. von (Stand: 2005) 14 deutschen Biosphärenreservaten. Bei diesen handelt es sich um Flächen, denen eine besondere Bedeutung für den globalen Erhalt der biologischen Vielfalt zukommt.
Die Bezeichnungen "Vogesen" (franz. Vosges, s. u.) und "Wasgau" (im Mittelalter Wasigenwald, s. u.) gehen auf denselben lateinischen Ursprung zurück, nämlich Vosegus (mons).
Struktur
Gliederung
Der Pfälzer Wald gliedert sich in drei Landschaftsteile:
- den nördlichen Pfälzer Wald, begrenzt im Norden durch das Nordpfälzer Bergland und nach Süden bis zur Linie Kaiserslautern - Bad Dürkheim reichend
- den mittleren Pfälzer Wald, von der Linie Kaiserslautern - Bad Dürkheim bis zur Queich und der Linie Pirmasens - Landau reichend
- den südlichen Pfälzer Wald, den so genannten Wasgau, der von der Queich und der Linie Pirmasens - Landau bis zur französischen Grenze im Süden reicht.
Grenzen
Nördlich schließt sich an den Pfälzer Wald das Nordpfälzer Bergland mit dem Donnersberg (687 m) an, südlich die elsässischen Vogesen.
Der Ostrand des Pfälzer Waldes Richtung Rheinebene wird als Haardtgebirge, das zwischen Haardtgebirge und Ebene liegende Hügelland, wo die Pfälzer Weine angebaut werden, als Haardt bezeichnet. Inmitten der Haardt verläuft die Deutsche Weinstraße.
Westlich von Kaiserslautern beginnt die schmale Moorniederung des Landstuhler Bruchs, an die sich nach Süden zu die Südwestpfälzische Hochfläche anschließt, die westlich einer Linie Kaiserslautern - Pirmasens an den Pfälzer Wald grenzt.
Geologie
Entwicklung
Der Pfälzer Wald gehört wie viele Mittelgebirge Deutschlands zum Variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika.
In der Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte Germanische Becken, in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. So bildete sich das süddeutsche Schichtstufenland.
Als sich das Land im Bereich des heutigen Pfälzer Waldes vor etwa 180 Millionen Jahren erneut hob, wurden durch Erosion mehrere 100 m der Sedimentschicht z. T. bis auf den roten Buntsandstein abgetragen, wie es im Westen des Pfälzer Waldes zu sehen ist. Im östlichen Pfälzer Wald und im Haardtgebirge liegen mancherorts noch Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein.
Die letzte umfassende geologische Veränderung im Bereich des Pfälzer Waldes ging vor etwa 45 Millionen Jahren vonstatten: Damals brach der Oberrheingraben ein, wobei sich die Erdkruste in einer Mächtigkeit von mindestens 20 km um ca. 2.500 m einsenkte, so dass es an der Oberfläche zur Bildung einer Tiefebene kam. Der Graben verfüllte sich nachträglich bis auf das heutige Niveau der Ebene mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Senke der Wetterau bis herunter in das Tal des Oberrheins.
Vor dem Grabenbruch hatte es in dieser Region eine durchgehende Landmasse gegeben, die von West nach Ost aus dem heutigen Mittelgebirge Pfälzer Wald / Vogesen, dem heutigen Boden der Ebene - wie erwähnt ohne die jüngeren Ablagerungen - und dem heutigen Mittelgebirge Odenwald / Schwarzwald bestand.
Der Grabenbruch ist bis in die Gegenwart tektonisch aktiv, gelegentliche leichte Erdstöße sowie Lava-Ablagerungen an den Grabenrändern legen davon Zeugnis ab. Bei Forst an der Weinstraße ist am Pechsteinkopf, der zum Haardtgebirge gehört, Basalt, ein junges Eruptivgestein, zu Tage getreten. Das flüssige Magma, das vor ca. 29 (nach anderen Quellen 35) Millionen Jahren in einem Riss aufstieg, erstarrte bereits in den Rissspalten und bildete dabei Basaltsäulen. Die mit dem Aufstieg des Magmas verbundenen Gaseruptionen ließen die Säulen zu Basaltbrocken zerbrechen. Diese wurden bis in die 1980er Jahre industriell abgebaut.
Istzustand
Heute erstreckt sich der weitaus größte Teil des Pfälzer Waldes auf einer Buntsandsteinformation, die nur noch stellenweise von jüngeren Sedimenten aus weicherem Kalkstein überlagert wird. Der rötliche Sandstein und die durch Erosion geschaffenen schroffen Felsgebilde prägen das Bild des Pfälzer Waldes. Die Steinbrüche, in denen v. a. Baumaterial gewonnen wird, liefern je nach Oberflächengestein roten Buntsandstein (im westlichen und zentralen Pfälzer Wald) oder helleren, manchmal weißgelben Kalkstein (im östlichen Bereich). Die Steinbrüche des Haardtgebirges sind von der Rheinebene aus als helle "Wunden" in den blaugrünen Silhouetten der Berge auszumachen.
Höhen
Der Pfälzer Wald steigt von West nach Ost von etwa 400 m Seehöhe kontinuierlich an und erreicht in seiner Osthälfte sowie am Ostrand, im Haardtgebirge, seine größte Höhe, bevor der Abbruch zum Oberrheingraben erfolgt. Die höchsten Erhebungen liegen sämtlich im mittleren Pfälzer Wald:
- Kalmit (673 m)
- Kesselberg (663 m)
- Rossberg (637 m)
- Hohe Loog (618 m)
- Schafkopf (617 m)
- Weißenberg (611 m)
- Eschkopf (609 m)
Gewässer
Stehende Gewässer
Das Sandsteinmassiv ist ein sehr guter Wasserleiter, der Niederschläge filtert. Wenn das versickerte Wasser sich über weniger durchlässigen Sperrschichten unterhalb des Sandsteins sammelt, tritt es in Senken wieder hervor. Dadurch haben sich eine Reihe von Mooren, Moorseen sowie Seen, so genannte Wooge, gebildet. Etliche Wooge wurden auch künstlich durch Aufstauung von Bächen angelegt und dienten als Sammelplätze und Wasserspeicher für die Trift von Holz. Flächenmäßig allerdings sind sämtliche Seen und Wooge im Pfälzer Wald unbedeutend. Die bekanntesten sind der Gelterswoog am nordwestlichen Rand und der Eiswoog im Nordosten.
Fließgewässer
In der Mitte des Pfälzer Waldes verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung die pfälzische Hauptwasserscheide. Die meisten der westlich davon entspringenden Wasserläufe fließen über Saar und Mosel zum Rhein hin, einer im Nordwesten über die Nahe, die östlichen direkt zum Rhein.
Direkt zum Rhein hin fließen (Reihenfolge von Süd nach Nord):
- Wieslauter
- Otterbach
- Erlenbach
- Klingbach
- Queich mit Wellbach
- Hainbach
- Speyerbach mit Hochspeyerbach
- Isenach
- Eckbach
- Eisbach
- Pfrimm (knapp am Nordrand des Pfälzer Waldes)
Über die Nahe zum Rhein hin fließt die Alsenz. Ganz knapp noch im Pfälzer Wald liegt die Quelle der Waldlauter, die ihr Wasser über den Glan in die Nahe schickt.
Über Schwarzbach und Blies zu Saar, Mosel und Rhein hin fließen (Reihenfolge von Nord nach Süd):
- Moosalb mit Aschbach
- Schwarzbach
- Rodalb mit Merzalb
Biologie
Flora
Die Waldflächen machen mehr als 76 % des Biosphärenreservates aus, sie bedecken fast die gesamte Mittelgebirgsregion. Seit dem 17. Jahrhundert werden sie intensiv genutzt, trotzdem weisen sie eine Vielzahl von besonders artenreichen Teilgebieten auf.
Sehr typisch für den Pfälzer Wald sind die Buchenwälder, die in der sauren Umgebung der Buntsandsteinböden gut gedeihen. Ähnliches gilt für die Eichen, die sowohl als Trauben- als auch als Stieleichen in feuchteren Senken auftreten. Dort und in Bachtälern finden sich häufig auch Erlenpopulationen. Auf den Torfböden bei Bitche im französischen Teil des Biosphärenreservates hat sich ein Relikt-Kiefernwald erhalten. Die heutzutage oft anzutreffenden Kiefern wie auch Douglasien und Tannen waren ursprünglich nicht typisch für den Pfälzer Wald und wurden erst im Zuge der Bewirtschaftung hier angepflanzt.
Fauna
Neben einer Vielzahl von Käfern, Schmetterlingen und anderen Insekten gibt es im Pfälzer Wald auch eine Reihe seltener Vögel, z. B. den Eisvogel und den Steinschmätzer. Von in ihrem Bestand bedrohten Säugetierarten sind hier z. B. Fledermäuse, Baummarder, Wildkatze und Luchs beheimatet. Die Mehrzahl der Fauna stellen freilich, wie in anderen europäischen Mittelgebirgen auch, Paarhufer, nämlich Rehe, Rothirsche und Wildschweine.
Besiedelung
Knapp 1.800 der 3.105 km² des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates liegen auf deutschem Gebiet. Das gesamte Biosphärenreservat ist dünn besiedelt; es leben darin (Stand: 1999) 237.000 Einwohner, das entspricht einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von nur 76 Einwohnern pro km².
Die wenigen Städte im Pfälzer Wald, Eisenberg, Lambrecht, Annweiler und Dahn, haben alle unter 10.000 Einwohner. Größere Ansiedlungen finden sich nur an den Rändern des Pfälzer Waldes. Am östlichen Rand liegen die Städte Grünstadt, Bad Dürkheim, Neustadt an der Weinstraße, Edenkoben, Landau und Bad Bergzabern sowie in Frankreich die Stadt Wissembourg (dt. Weißenburg). Am westlichen Rand, dem sogenannten Westrich, liegen Kaiserslautern, Rodalben und Pirmasens.
Verkehr
Straßen
Die beiden Hauptverkehrsadern durch den Pfälzer Wald verlaufen von West nach Ost:
: Bundesautobahn 6 (Saarbrücken -) Kaiserslautern - Grünstadt (- Mannheim), zugleich Europastraße (Paris - Prag)
: Bundesstraße 10 Pirmasens - Landau
Der Lückenschluss der Bundesautobahn 8 zwischen Pirmasens und Karlsruhe durch das Dahner Tal ist zu Gunsten eines vierspurigen Ausbaues der B 10 wohl endgültig vom Tisch.
Von regionaler Bedeutung sind:
: Bundesstraße 37 Kaiserslautern - Bad Dürkheim
: Bundesstraße 39 Frankenstein - Neustadt an der Weinstraße
: Bundesstraße 48 Enkenbach-Alsenborn - Bad Bergzabern
: Bundesstraße 427 Hinterweidenthal - Bad Bergzabern
Eisenbahnlinien
Der Pfälzer Wald wird bzw. wurde durch mehrere Eisenbahnlinien erschlossen:
- Biebermühlbahn
- Eckbachtalbahn
- Eistalbahn
- Kuckucksbähnel (Museumsbahn)
- Pfälzische Ludwigsbahn (ICE-Strecke Saarbrücken - Mannheim)
- Queichtalbahn
- Wasgauwaldbahn
- Wieslauterbahn
Sehenswürdigkeiten
Obwohl der Pfälzer Wald noch immer dünn besiedelt ist und viele kaum berührte Flächen aufweist, besitzt er doch ein reiches landschaftliches, geschichtliches und kulturelles Erbe, das sich in einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten widerspiegelt, von denen hier nur eine Auswahl aufgeführt werden kann.
Ortschaften
- Johanniskreuz, Mittelpunkt des Pfälzer Waldes und ehemaliger Kurort
Burgen und Schlösser
- Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße (siehe auch Hambacher Fest)
- Reichsburg Trifels bei Annweiler (siehe auch Richard Löwenherz)
- Burg Berwartstein bei Erlenbach (siehe auch "Hans Trapp")
- Burg Drachenfels bei Busenberg (siehe auch Franz von Sickingen)
- Burg Hohenecken bei Kaiserslautern
- Burg Altleiningen und Burg Neuleiningen bei Grünstadt sowie
- Hardenburg und Klosterruine Limburg bei Bad Dürkheim (siehe auch Leininger)
- Burg Landeck bei Klingenmünster
- Schloss Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben
Industriedenkmäler
- Museumsbahn Stumpfwaldbahn bei Ramsen
- Deutsches Schuhmuseum in Hauenstein
Naturerlebnis
- Biosphärenhaus mit Baumwipfelpfad in Fischbach bei Dahn
- Teufelstisch, Felsformation bei Hinterweidenthal
- Karlstal der Moosalb bei Trippstadt
- Panoramastrecke Elmsteiner Tal bei Elmstein mit Speyerbach und Museumsbahn Kuckucksbähnel
- Rietburg-Sessellift bei Edenkoben mit grandioser Aussicht auf die Rheinebene
- Eckbachmühlen-Rad- und Wanderweg im Leiningerland mit 23 z. T. restaurierten Mühlen
Geschichte
- Pfälzischer Jakobsweg - von Speyer über Kirrweiler (Pfalz), Lambrecht, Johanniskreuz, Landstuhl nach Hornbach
Siehe auch
- Portal Pfälzer Wald
Weblinks
- [http://www.pfaelzerwald.de/ Pfälzer Wald]
- [http://www.biosphere-vosges-pfaelzerwald.org/ Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord]
- [http://www.biosphaerenhaus.de/ Biosphärenhaus mit Baumwipfelpfad]
- [http://www.pwv.de/ Pfälzerwaldverein e. V.]
- [http://www.wandere.de/ Wandern in der Pfalz]
- [http://www.wanderportal-pfalz.de/ Wanderportal Pfalz]
- [http://www.martingrund.de/webcam/mobotix.htm Webcam mit Blick auf den Ostrand des Pfälzer Waldes (Haardtgebirge)]
Pfalzer Wald
Pfalzer Wald
Pfalzer Wald
Pfalzer Wald
Pfalzer Wald
Oberrheinische Tiefebene
Die vom Rhein durchflossene Oberrheinische Tiefebene - häufiger Oberrheingraben oder Rheingraben oder Rheintalgraben oder verkürzt Rheinebene genannt - ist ein 300 km langes und 30 bis 45 km breites, tektonisch entstandenes Tal in Südwestdeutschland. Sein südwestliches Viertel gehört zur Region Straßburg und Colmar/Mülhausen (Elsass) (Osten von Frankreich), sein südlichster Teil bei Basel zur Nordwestschweiz. Der nördlichste Teil reicht bis ins Rhein-Main-Gebiet mit der Metropole Frankfurt am Main.
Geologie
Der Oberrheingraben stellt einen seit etwa 45 Millionen Jahren aktiven Grabenbruch dar, eine mindestens 20 km tiefe Einsenkung der Erdkruste. Gelegentliche leichte Erdbeben und alte Lava-Ablagerungen an den Grabenrändern zeugen von der immer noch vorhandenen tektonischen Aktivität der Region.
Der Graben gehört zu einer langen, geologisch teilweise bis Afrika wirkenden Schwächezone der Erdkruste. Ähnlich wie zahlreiche Sedimentbecken wurde diese Zone beim langsamen Absinken (sporadisch einige mm pro Jahr) gleichzeitig durch fluviatile Sedimentation aufgefüllt. Diese inzwischen verfestigten Schichten gehören vor allem zum Tertiär. Bei Karlsruhe sind sie etwa 5 bis 10 km mächtig.
Ihr Verlauf und ihre abschwächende Wirkung auf das Erdschwerefeld ist seit langem ein wichtiges Forschungsthema für Geodäsie und Geophysik (siehe Univ.Karlsruhe, Prof. Eugen Kuntz und die erstgenannte Literatur).
Eugen Kuntz aus]]
Geografie
Talform, Grenzen und Gebirge
Im Süden ist die Oberrheinische Tiefebene am breitesten - bei Freiburg im Breisgau und Straßburg über 40 km - und wird dort nach Osten durch den Schwarzwald begrenzt, im Westen durch die Vogesen. Sein etwas schmälerer Nordteil (nur beim Kraichgau 40 km) wird östlich vom Odenwald begrenzt, westlich vom Pfälzerwald und dem rheinhessischen Hügelland.
Der Rhein fließt von Südosten - von Schaffhausen und dem Bodensee her - als Hochrhein zu, wird in der breiten Ebene Oberrhein genannt und verlässt sie im Nordwesten als Mittelrhein.
Dort, wo er bei Mainz in den Rheingau eintritt, endet der Rheingraben orografisch. Das Tal verengt sich um fast 99 Prozent und bildet bei Koblenz und bis Bonn das Durchbruchstal im Bereich einiger erdgeschichtlich alter Gebirge (Rheinisches Schiefergebirge: Hunsrück, Eifel, Taunus und Westerwald). Diese Landschaft des „Mittelrhein“ hat die UNESCO im Jahr 2002 zum Weltkulturerbe erhoben.
Klima
Infolge der geringen Höhe über dem Meeresspiegel (im Mittel um 150 m) und der schützenden Gebirge an den Flanken herrscht in der Oberrheinischen Tiefebene ein sehr mildes, um den Kaiserstuhl im Süden schon fast mediterranes Klima. Am 5. August 2003 wurde in Möhlin (Schweiz), im südöstlichsten Teil der Oberrheinischen Tiefebene, mit 40,3° C die höchste Temperatur nördlich der Alpen gemessen.
Bis ins 19. Jahrhundert waren die rheinnahen Gebiete durch Sümpfe und häufige Überschwemmungen charakterisiert und für Landwirtschaft und Bebauung schlecht geeignet. Dies änderte sich mit der Begradigung des Rheins zwischen 1817 und 1876 durch Johann Gottfried Tulla und seine Nachfolger. Manche der ursprünglichen Rheinwindungen blieben als Altrhein-Arme erhalten und sind heute teilweise renaturiert, wie auch die Wasserqualität des Rheins allmählich wieder steigt.
Südbaden und Vulkanismus
Die Tiefebene ist durch die Sedimentierung ungewöhnlich glatt, sodass der Rhein bis zur Regulierung vor 150 Jahren zahlreiche Mäander und Sumpflandschaften bildete.
Der Südosten des Rheingrabens heißt Breisgau. Der fruchtbare, 557 Meter hohe Kaiserstuhl nordwestlich von Freiburg ist ein vulkanisches Massiv von 110 km². Es ragt wie eine Insel aus der badischen Rheinebene auf und ist vermutlich durch das Absinken früherer Gesteine entstanden, die sich - wie noch heute in vielen Vulkanzonen zu beobachten - im Sinken erhitzten und einen Magmastrom nach oben öffneten.
Die Form dieses relativ jungen Gebirges, das sich trotz Erlöschen des Vulkans und anhaltendem Absinken noch 400 Meter über das Rheintal erhebt, ähnelt einem nach Südwesten geöffneten Hufeisen. Die Hänge sind von fruchtbaren Lößböden bedeckt, wo im milden Klima Rebkulturen und empfindliche Obstsorten gedeihen, aber auch mediterrane Pflanzen.
Städte und bekannte Orte in der oberrheinischen Tiefebene
mediterran]]
Großstädte im Oberrheingraben (rheinabwärts)
- Basel (Schweiz)
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Andere Städte und bekannte Orte (rheinabwärts)
Mainz
- Colmar, Breisach, Bötzingen, Emmendingen, Wyhl, Ettenheim, Schwanau, Lahr, Neuried und Offenburg.
- Ab Straßburg: Schiltigheim, Haguenau (beide F), Baden-Baden, Rastatt, Weingarten (Baden), Bruchsal, Landau in der Pfalz, Neustadt an der Weinstraße, Speyer, Hockenheim, Schifferstadt und Schwetzingen.
- Ab Ludwigshafen/Mannheim: Frankenthal (Pfalz), Worms, Lorsch, Gernsheim, Rüsselsheim, Neu-Isenburg, Offenbach am Main und Oberursel (Taunus).
Wirtschaft
Zwei bedeutende deutsche Wirtschaftsregionen liegen in der Oberrheinischen Tiefebene, das Rhein-Neckar-Dreieck mit Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg sowie das Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt, Mainz und Wiesbaden.
Weblinks
- [http://www.oberrheingraben.de/ Oberrheingraben]
- [http://www.webgeo.de/mapserver/php_mapscript/geologie_bw/geologische_einheiten_bw/geologie_bw.phtml Geologie in Südwestdeutschland]
Kategorie:Landschaft in Europa
Kategorie:Geologie
Kategorie:Geophysik
Kategorie:Geodäsie
Kategorie:Region in Deutschland
Kategorie:Geographie (Schweiz)
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Elsass
Kategorie:Geographie (Hessen)
Kategorie:Geographie (Rheinland-Pfalz)
Kategorie:Geographie (Baden-Württemberg)
Pfalz (Weinbaugebiet)]
Im deutschen Weinbaugebiet Pfalz werden Weine angebaut und abgefüllt, die als Pfalzweine bezeichnet werden.
Überblick
Topographie
Die Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Wein wird nahezu ausschließlich am Westrand der Vorderpfalz angebaut, der Ebene zwischen dem Rhein und dem Haardtgebirge, welches den östlichen Rand des Pfälzer Waldes bildet. Dort, am Übergang zwischen Flachland und Mittelgebirge, liegt auf 120 bis 150 m Höhe das schmale, maximal 10 km breite Hügelland der Haardt. Durch dieses Weinbaugebiet, dessen Länge etwa 80 km beträgt, zieht sich von Nord nach Süd die Deutsche Weinstraße.
Klima
Die Vorderpfalz besitzt ideale klimatische Voraussetzungen für den Weinbau:
Zunächst weist sie mit die mildesten Temperaturen in Deutschland auf. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 10°C, die Durchschnittstemperatur im Sommer bei 20°C, im Winter bei 0°C.
Hinzu kommt, dass die Rheinebene durch die sie einschließenden Gebirge weitgehend vor größeren Kaltlufteinbrüchen geschützt ist. Bei den Hanglagen der Haardt wird zudem die Gefahr von Frostschäden nach dem Austrieb der Reben im Frühjahr minimiert, weil in den Nächten entstehende Kaltluft nicht über den Weinbergen liegen bleibt, sondern zur Ebene hin abgleiten kann.
Obendrein bewahrt das Haardtgebirge im Westen das in seinem Lee gelegene pfälzische Weinbaugebiet bei Südwest- oder Westwetterlagen vor zuviel Niederschlag, in Neustadt an der Weinstraße z. B. beläuft sich die jährliche Menge auf nicht einmal 500 mm.
Geschichte und Name
Die Weinrebe kam mit den Römern kurz nach der Zeitenwende auch in die Pfalz. Ihre weitere Geschichte deckt sich mit derjenigen der übrigen deutschen Weinbaugebiete, wie sie unter Weinbau nachzulesen ist.
Nach dem Ende der napoleonischen Ära 1815 wurde die Pfalz durch Bayern zunächst als "Rheinkreis" verwaltet und später zur Unterscheidung von der Oberpfalz bis nach dem Zweiten Weltkrieg als Rheinpfalz bezeichnet. Vor diesem historischen Hintergrund stand "Rheinpfalz" lange Zeit auch für das pfälzische Weinbaugebiet. Seit dem 27. August 1993 lautet der Name für dieses Anbaugebiet, der Benennung der Region folgend, ebenfalls "Pfalz".
Einteilung
Ursprünglich war das pfälzische Weinbaugebiet dreigeteilt. Von Süd nach Nord gliederte es sich in Ober-, Mittel- und Unterhaardt. Um 1970 wurden Mittel- und Unterhaardt als Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße zusammengelegt, aus der Oberhaardt wurde die Südliche Weinstraße. Damit besteht das Weinbaugebiet nur noch aus zwei etwa gleichgroßen Teilen:
- Die Südliche Weinstraße liegt gänzlich innerhalb des gleichnamigen Landkreises Südliche Weinstraße und reicht von der elsässischen Grenze im Süden bis zur nördlichen Kreisgrenze südlich von Neustadt an der Weinstraße.
- Dort beginnt der Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße, der sich innerhalb der Stadt Neustadt sowie des Landkreises Bad Dürkheim erstreckt und an der Grenze zu Rheinhessen endet.
Böden
Die Böden an der Haardt bestehen durchweg aus Mischungen von Sand, Lehm und Ton, allerdings wechseln die Anteile. Generell gelten die Böden an der Südlichen Weinstraße wegen ihres höheren Gehalts an Lehm als nährstoffreicher und damit als schwerer als diejenigen im Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße. Deren leichtere Böden sind durchlässiger für Wasser und bewirken, dass die Wurzeln des Weinstocks eher im Trockenen stehen, wodurch sich die umgebende Erdschicht stärker und nachhaltiger erwärmen kann. Dieser Umstand wird dafür verantwortlich gemacht, dass die Reben der Südpfalz höheren Ertrag bringen, während die pfälzischen Spitzenweinorte mehr zwischen Neustadt und Bad Dürkheim zu finden sind.
Rebsorten
Weißwein
Führende Rebsorte beim Pfälzer Weißwein ist seit langem der Riesling, der haltbare und bekömmliche, mitunter säurebetonte Weine hervorbringt. Der leichte Weiße und der mittelschwere Graue Burgunder haben ihren Marktanteil in der letzten Zeit stark erhöht, während die lange Zeit erfolgreiche Züchtung Kerner wieder verliert. Auch Silvaner als alte Rebsorte und Müller-Thurgau (Rivaner) als jüngere geraten immer mehr ins Hintertreffen.
Rotwein
Führende Rotweinsorte der Pfalz war lange Zeit der anspruchslose Portugieser. Heute wird er gezielt für Schoppenwein und Weißherbste angebaut. Im Zuge der Qualitätsverbesserung macht ihm der Spätburgunder zunehmend Konkurrenz. Enorme Zuwächse verzeichnet auch der Dornfelder, der allerdings wegen seiner Vorzüge als früh reifer und farbintensiver Massenträger zur Modesorte geworden ist.
Weinbaugemeinden
An der Haardt, teilweise direkt an der Deutschen Weinstraße, liegen die folgenden Weinbaugemeinden von Nord nach Süd hintereinander und, sofern sie in der gleichen Zeile aufgeführt sind, etwa in West-Ost-Richtung nebeneinander:
Siehe auch
Deutsche Weinstraße |
Haardt |
Pfalz |
Rotwein |
Wein |
Weinbau |
Weinbaugebiet |
Weinrebe |
Weißwein
Weblinks
- [http://www.pfalzwein.de/ Pfalzwein]
- [http://www.deutsche-weinstrasse.de/ Deutsche Weinstraße]
- [http://www.suedlicheweinstrasse.de/ Südliche Weinstraße]
Kategorie:Weinbaugebiet
Kategorie:Weißwein
Kategorie:Rotwein
Kategorie:Pfalz
Pfalz (Region)Die Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Wegen der idyllischen Landschaft und des im Osten sehr milden Klimas wird die Pfalz in der Werbebranche gerne als die deutsche Toskana bezeichnet. Im Westen wird die Pfalz durch das Saarland begrenzt, im Norden grenzt das Nordpfälzer Bergland an Rheinhessen und im Osten die Vorderpfalz an den Rhein, im Süden schließt sich jenseits der deutsch-französischen Grenze das Nordelsass an.
Der zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen gehörende Pfälzer Wald bedeckt mehr als ein Drittel der Region und ist die größte zusammenhängende Waldfläche Europas. Der höchste Berg der Pfalz ist der im Nordpfälzer Bergland gelegene Donnersberg (687 m). Der tiefste Punkt der Pfalz (87,3 m) liegt auf der Gemarkung der Stadt Frankenthal und befindet sich nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt.
Frankenthal
Einteilung
Frankenthal
Frankenthal
Frankenthal
Nordpfalz
Die Nordpfalz ist ein hügeliges bis bergiges Bauernland und wird vom Massiv des Donnersberges überragt.
Sie ist sehr dünn besiedelt, die größten Orte Eisenberg, Kirchheimbolanden und Rockenhausen haben jeweils weniger als 10.000 Einwohner.
Die Nordpfalz besteht aus einem einzigen Landkreis, der 1969 durch Zusammenlegung der Kreise Kirchheimbolanden und Rockenhausen geschaffen wurde:
- Donnersbergkreis (Kfz-Kennzeichen KIB, Verwaltungssitz Kirchheimbolanden)
(Der auf der Skizze der Nordpfalz zugerechnete Landkreis Kusel gehört in Wirklichkeit zur Westpfalz.)
Vorderpfalz
Die Vorderpfalz ist die Ebene zwischen dem Oberrhein und dem Haardtgebirge, dem östlichen Rand des Pfälzer Waldes. Den Übergang zwischen Ebene und Gebirge bildet das schmale Hügelland der Haardt, die das pfälzische Weinbaugebiet darstellt. Durch die Haardt zieht sich von Norden nach Süden über 80 km die Deutsche Weinstraße.
Die Vorderpfalz weist bei weitem die größte Siedlungsdichte auf, auch die meisten größeren Städte sind hier zu finden. Zudem liegt in der Vorderpfalz das bevölkerungsreichste Dorf Deutschlands, Haßloch, das rd. 21.000 Einwohner hat.
Landkreise und kreisfreie Städte der Vorderpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind:
- Landkreis Bad Dürkheim (DÜW)
- Stadt Frankenthal (Pfalz) (FT)
- Rhein-Pfalz-Kreis (RP, Verwaltungssitz Ludwigshafen am Rhein)
- Stadt Ludwigshafen am Rhein (LU)
- Stadt Neustadt an der Weinstraße (NW)
- Stadt Speyer (SP)
- Stadt Landau in der Pfalz (LD)
- Landkreis Germersheim (GER)
- Landkreis Südliche Weinstraße (SÜW, Verwaltungssitz Landau in der Pfalz)
Westpfalz oder Hinterpfalz
Die Westpfalz oder Hinterpfalz ist klimatisch rauher als die Vorderpfalz und umfasst das Mittelgebirge des Pfälzer Waldes (teilweise) und das an das Saarland angrenzende Ackerland des Westrich.
Landkreise und kreisfreie Städte der Westpfalz (mit Kfz-Kennzeichen) sind:
- Landkreis Kusel (KUS)
- Stadt Kaiserslautern (KL)
- Landkreis Kaiserslautern (KL)
- Stadt Zweibrücken (ZW)
- Stadt Pirmasens (PS)
- Landkreis Südwestpfalz (PS, Verwaltungssitz Pirmasens)
Südpfalz
Nach dieser mehr geographisch betonten Aufgliederung gibt es die Südpfalz eigentlich nicht. Ihre Existenz lässt sich indessen wegen der recht einheitlichen mundartlichen Eigentümlichkeiten ihrer Bewohner nicht ernsthaft bestreiten. Indem man die Stadt Landau sowie die Kreise Südliche Weinstraße und Germersheim aus der Vorderpfalz herauslöst und aus der Westpfalz den Ostteil des Kreises Südwestpfalz hinzunimmt, gelingt es, auch diese vierte pfälzische Region zu schaffen.
Geschichte
Historisch bestand die heutige Pfalz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus mehreren Territorien, von denen die größten die Gebiete des Pfälzer Kurfürsten, des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken und des Hochstiftes Speyer waren. Daneben existierten kleinere reichgräfliche und ritterschaftliche Territorien und nicht zuletzt die Freie Reichsstadt Speyer. Das Gebiet der Kurpfalz wurde noch vor der Französischen Revolution mit Bayern vereinigt, als die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und 1777 Kurfürst Carl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach das Erbe in München antrat.
Im Verlauf der französischen Revolutionskriege fielen die gesamten linksrheinischen Gebiete und damit auch die heutige Pfalz an Frankreich. Die pfälzischen Territorien wurden mit Rheinhessen im neugebildeten Département Donnersberg zusammengefasst und spätestens ab 1802 als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet.
Nach den Befreiungskriegen kam die (linksrheinische) Pfalz 1816 als "Rheinkreis" zurück an das Königreich Bayern. Dort entstand später der Name "Rheinpfalz", weil die Pfalz sich von der gleichfalls bayerischen Oberpfalz unterscheiden musste. Vor diesem historischen Hintergrund stand "Rheinpfalz" lange Zeit auch für das pfälzische Weinbaugebiet. Seit dem 27. August 1993 lautet die Bezeichnung für dieses Anbaugebiet ebenfalls "Pfalz".
Nach dem Ersten Weltkrieg war die Pfalz bis 1930 von französischen Truppen besetzt, nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Teil der französischen Besatzungszone und ging dann nach Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandos im 1947 neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf, das neben der Pfalz noch den früher zu Hessen gehörigen Teil Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland (mit den Mittelgebirgen Hunsrück, Eifel und Westerwald) umfasst.
Verwaltungsstrukturen
Innerhalb des neuen Bundeslandes war die Pfalz zunächst ein eigenständiger Regierungsbezirk, der 1968 mit dem Regierungsbezirk Rheinhessen vereinigt wurde. Die Verwaltung des neuen Regierungsbezirks Rheinhessen-Pfalz wurde als Bezirksregierung in Neustadt an der Weinstraße eingerichtet.
Mit der Umstrukturierung der Landesverwaltung zum 1. Januar 2000 wurden die Regierungsbezirke in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Die Bezirksregierungen wurden in Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen beziehungsweise Struktur- und Genehmigungsdirektionen überführt, die nunmehr landesweit für ausgewählte Aufgabenbereiche und nicht mehr für alle Aufgaben innerhalb ihres bisherigen Bezirks zuständig sind.
Die Region der Pfalz ist in Landkreise und kreisfreie Städte untergliedert. Diese sind Mitglieder des Bezirksverbandes Pfalz, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, die auf früheren Verwaltungsstrukturen basiert: Der Conseil général, im Jahre 1800 von Frankreich übernommen, mündete 1816, als nach Ende der Ära Napoleons die Pfalz dem Königreich Bayern zugeschlagen wurde, im durch Bayern genehmigten 20-köpfigen Landrath, der schließlich zum Bezirkstag Pfalz, dem Parlament des Bezirksverbandes Pfalz, wurde.
Der Bezirksverband verwaltet verschiedene kulturelle und soziale Einrichtungen in der Region und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten. Vorsitzender des Bezirksverbandes ist seit 2004 der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder (CDU).
Wirtschaft
In Ludwigshafen ist die BASF größter Arbeitgeber. An der Haardt sind der Weinbau und vor allem in der Südpfalz zusätzlich der Tourismus starke Wirtschaftsfaktoren. In Wörth am Rhein, in einem eng mit Karlsruhe und damit Baden-Württemberg verbundenen Wirtschaftsraum, werden in einem riesigen modernen Werk die Daimler-Chrysler-Lastwagen gebaut, die in alle Welt exportiert werden.
Die Westpfalz ist strukturschwach, da sich z. B. die dort traditionelle Schuhindustrie in einer schwierigen Phase befindet. In Kaiserslautern bieten das Opel-Werk und (noch) die US-Streitkräfte wichtige Arbeitsplätze. Im Umfeld der Universität Kaiserslautern siedeln sich vermehrt junge, innovative Firmen an, die moderne Arbeitsplätze schaffen.
Pfälzerinnen und Pfälzer
Kaiserslautern
Die Pfälzerinnen und Pfälzer (Pälzer), die auf humorvolle Art gerne als "Pälzer Krischer" bezeichnet werden oder sich auch selbst so nennen, gelten als ein "unverfälschter Menschenschlag". Ihnen wird persönliche Offenheit, natürliche Neugier, Geradlinigkeit, Dickköpfigkeit und Geselligkeit nachgesagt. Wichtige Eigenschaft ist die sogenannte Pfälzer Gemütlichkeit - man setzt sich gerne zusammen an einen Tisch und speist und trinkt gemeinsam. Der Wein wird aus Schoppengläsern getrunken, die eine Größe von 0,5 Liter haben. In gemütlicher Runde (etwa auf dem Dürkheimer Wurstmarkt oder anderen Weinfesten) ist es nicht unüblich, dass der Schoppen reihum gereicht wird. Die traditionelle Pfälzer Küche ist teilweise recht deftig und umfasst u. a. grobe Bratwürste, Saumagen, Leberknödel sowie Flääschknepp (Fleischklöße), die typischerweise mit Meerrettichsoße, Sauerkraut oder Weinknorzen, einer besonderen Art Roggenbrötchen, serviert werden. Legendär sind die Gebreedelde, die Pfälzer Bratkartoffeln, die häufig mit Speckstückchen oder Leberwurst angereichert werden. Auch Grumbeere mit weißem Käs, Kartoffeln mit Quark, sind in der Pfalz ein beliebtes Gericht.
Wenngleich Pfälzerinnen und Pfälzer eher konservativ-liberal und tolerant sind, kann die Gemütlichkeit auch in Zorn umschlagen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Wenn dann die Donnerkeile fliegen („Dunnerkeitel“ - beliebter Pfälzer Fluch), sollte man besser in Deckung gehen. Schließlich waren die Pfälzer maßgeblich am Bauernkrieg (1525), am Hambacher Fest (1832) und an der Märzrevolution (1848) beteiligt.
Auf Grund der beiden letztgenannten Ereignisse gilt die Pfalz auch als ein Stammland der frühen deutschen Demokratiebewegung. Als deutsches Grenzgebiet hat die Pfalz Jahrhunderte hindurch immer wieder Heimsuchungen durch Kriege erfahren, was wohl auch zu dem engen Zusammenhalt der Pfälzer geführt hat.
Kultur
Die Sprache
Die pfälzischen Dialekte gehören zu den rheinfränkischen Mundarten und sind im vertrauten Gespräch noch weit verbreitet. Um ihre Bewahrung bemühen sich die Pfälzer Mundartdichter.
Die Kunst
Die idyllischen Landschaften und Bauwerke der Pfalz, besonders die Rebenhügel der Weinstraße und die Burgen des Pfälzer Waldes, haben eine Reihe von Malern und anderen Künstlerinnen und Künstlern inspiriert. Viele von ihnen haben in ihren Werken die Schönheiten und das Lebensgefühl in der Pfalz vermittelt. Diejenigen, die aus der Pfalz stammen oder diese zur Wahlheimat erkoren haben, sind in der Liste der Bildenden Künstler in Rheinland-Pfalz enthalten.
Siehe auch unter Literatur: Clemens Jöckle in "Pfälzische Geschichte", Band 2, Seiten 307-361)
Siehe auch
- Kurpfalz
- Pfälzer Mundartdichter
- Pfälzische Dialekte
- Pälzer Krischer
- Pfalz als Weinbaugebiet
- Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern
Literatur
- Pfälzische Landeskunde, mit Beiträgen von M. Geiger u. a., 3 Bde., Landau in der Pfalz 1981
- Pfälzische Geschichte, Band 1 und 2, Herausgeber: K. H. Rothenberger, K. Scherer, F. Staab, J. Keddigkeit; Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002
Weblinks
- [http://www.bv-pfalz.de Bezirksverband Pfalz]
- [http://www.pfalz.de Die Pfalz]
- [http://www.wanderportal-pfalz.de Wanderportal Pfalz]
- [http://www.pfalz.info Pfalz-Infos]
Kategorie:Geschichte Rheinland-Pfalz
Kategorie:Region in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Rheinland-Pfalz
Kategorie:Pfalz
SpeyerbachDer Speyerbach ist ein linker Nebenfluss des Rheins in der Pfalz (Bundesland Rheinland-Pfalz).
Bedeutung
Als Gewässer II. Ordnung stellt der Speyerbach das größte Oberflächengewässer der Vorderpfalz dar. Von der Quelle bis zur Mündung ist er 60 km lang, sein Einzugsgebiet ist 311 km² groß. Die Wasserführung - gemessen am Pegel in Neustadt an der Weinstraße - schwankt gewöhnlich zwischen 1 und 5 m³/Sekunde. Bei extremen Wetterlagen mit starken Niederschlägen innerhalb kurzer Zeit kann die Wasserführung jedoch auch sehr viel höhere Werte erreichen. Der bisher gemessene Spitzenwert lag bei 19,5 m³/Sekunde am 25. Mai 1978.
Verlauf und Zuflüsse
Der Speyerbach entspringt in 296 m über NN inmitten des Pfälzer Waldes östlich der pfälzischen Hauptwasserscheide nominell beim Elmsteiner Ortsteil Speyerbrunn. Die umliegenden Berge sind bis 609 m hoch (Eschkopf). Gleich bei seinem angeblichen Quellteich nimmt der Speyerbach den wesentlich stärkeren Erlenbach auf, der 5 km weiter südlich am Eschkopf-Massiv im 460 m hoch gelegenen Husarenbrunnen entspringt und als die eigentliche Speyerbach-Quelle gelten müsste.
Anfangs vorwiegend in östlicher, später nordöstlicher Richtung windet sich der Speyerbach zunächst durch das relativ enge Elmsteiner Tal, wobei er auch den Hauptort der Gemeinde, Elmstein, passiert. Über dem malerischen Tal reihen sich vier Burgruinen hintereinander, am bekanntesten sind die über eine gemeinsame Sage verbundenen Erfenstein und Spangenberg. 5 km von Elmstein bachabwärts mündet von rechts her als starker Zufluss der Helmbach beim gleichnamigen Weiler.
Unterhalb von Frankeneck, wo das breitere Lambrechter Tal beginnt, nimmt der Speyerbach von links her seinen bedeutendsten Wasserlieferanten, den gut 20 km langen Hochspeyerbach, auf und ändert seine Fließrichtung nach Südost. Zu beiden Seiten des Baches breitet sich nun das Städtchen Lambrecht aus.
Kurz vor Neustadt an der Weinstraße verlässt der Speyerbach den Pfälzer Wald, indem er dessen Ostrand, das Haardtgebirge, durchbricht, welches das Tal um etwa 300 m überragt. Links oberhalb des Durchbruchs liegen die Ruinen der Wolfsburg sowie der Burg Winzingen, auf deren Areal später das Haardter Schloss entstand. Nur 3 km sind es von der Talöffnung nach rechts zum Hambacher Schloss, dem Symbol der deutschen Demokratiebewegung von 1832.
In Neustadt, wo sich am Winzinger Wassergescheid nach links der Rehbach mit 1/3 der Wassermenge von ihm abtrennt, durchquert der Speyerbach die schmale Rebenlandschaft der Haardt. Anschließend durchfließt er die Oberrheinische Tiefebene in südöstlicher Richtung, wobei er v. a. Speyerdorf, Hanhofen und Dudenhofen berührt. Am Hanhofer Wassergescheid trennt sich ebenfalls nach links der Woogbach (Wassermenge 1:1) ab. Dieser vereinigt sich im Stadtgebiet von Speyer wieder mit dem Speyerbach, der dann bei Flusskilometer 400,3 in den Rhein mündet.
Geschichte
Der heutige Speyerbach ist weitgehend Menschenwerk, sowohl hinsichtlich seines Verlaufes als auch bezüglich Begradigungen und Kanalisierungen.
Die Risiken, die im freien Gelände durch den Wegfall der früheren Mäander geschaffen wurden, manifestieren sich immer wieder durch Überschwemmungen, weil entsprechende Ausgleichsflächen fehlen. In den bebauten Gebieten wurde durch Verrohrung hauptsächlich die Ästhetik beeinträchtigt; so sind vor allem in Neustadt Speyerbach und Rehbach fast gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden.
Der östlich Neustadts nach Südosten auf Speyer zuführende Unterlauf des Speyerbachs wurde vermutlich schon in römischer Zeit angelegt, um Noviomagus Nemetum, den germanischen Siedlungsvorläufer Speyers, mit Brennholz aus dem Pfälzer Wald zu versorgen. Der Unterlauf wird in Dammlage bis zu 3 m über dem umgebenden Gelände geführt. Vorher war er ab etwa südlich der heutigen Gemeinde Haßloch der geologischen Abflusslinie des jetzigen Ranschgrabens gefolgt, der zwischen Altrip und Ludwigshafen in den Rhein mündet, nachdem er sich zuvor bei Limburgerhof-Rehhütte mit dem Rehbach vereinigt hat.
Die abzweigenden Rehbach (Neustadt) und Woogbach (Hanhofen) gab es ursprünglich gar nicht, sie stellen Installationen aus dem Spätmittelalter dar.
Verkehr und Wirtschaft
Durch das Lambrechter Tal verlaufen parallel zum Speyerbach die Bundesstraße 39 (Kaiserslautern -) Frankenstein - Neustadt - Speyer sowie die Bahnlinie Saarbrücken - Mannheim. Die ehemals stillgelegte Bahnlinie Lambrecht - Elmstein ist seit 1984 reaktiviert, vgl. u. Sehenswürdigkeiten.
In der Vergangenheit war der Speyerbach insbesondere als Holztransportweg wichtig. Der Transport geschah über die Trift von Scheitholz oder von Hölzern bis etwa 1,40 m Länge, für Flöße aus Baumstämmen war die Wasserführung zu gering. Vor der Trift wurde das Holz in künstlich angelegten Stauteichen, den Woogen oder Klausen, gesammelt, um mit Beginn der Schneeschmelze zeitgleich getriftet zu werden; denn während der Trift konnte das Wasser nicht zum Betrieb der am Bach gelegenen Mühlen, Säge- und Hammerwerke genutzt werden, so dass Ausfallgebühren gezahlt werden mussten. 1832 gab es nach einem zeitgenössischen Bericht des Hauptlehrers W. Häge allein im Elmsteiner Tal drei Getreidemühlen, fünf Sägemühlen, eine Hammerschmiede und eine Papierfabrik, auf welche die Trift Rücksicht zu nehmen hatte. Bereits 1320 bestand eine Floßordnung auf dem Speyerbach. Hiernach musste die Trift am 23. April, dem "Jörgetag" (Georgstag), beendet sein.
Wie auch bei den übrigen pfälzischen Gewässern erfolgte der triftgerechte Ausbau des Speyerbachs, nachdem die Pfalz 1815 unter bayerische Herrschaft gekommen war. Seit 1822 gab es in Neustadt ein Triftamt, und als 1852 in Elmstein eine Triftmeisterei eingerichtet wurde, verfügte die Region Neustadt über gut 140 km Triftgewässer. Doch von 1882 an wurde die Trift teilweise aufgegeben. Auf dem Speyerbach hielt sie sich bis 1902, allerdings nur noch oberhalb von Frankeneck. Die letzte Trift erbrachte 6.193 Ster Holz.
Die zahlreichen Papierfabriken entlang des Speyerbachs, die auf die gleichzeitige Verfügbarkeit von Holz und Wasser zurückgingen und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Wirtschaft des Lambrechter Tales mitprägten, sind mittlerweile ohne Bedeutung.
Sehenswürdigkeiten
Burg Elmstein
Die Ruine der Burg Elmstein, oberhalb des gleichnamigen Ortes am 458 m hohen Schlossberg gelegen, befindet sich in Privateigentum und kann nur von außen besichtigt werden.
Waldarbeitsmuseum Elmstein
Das Waldarbeitsmuseum Elmstein, eingerichtet im Haus des letzten Wappenschmieds Heinrich Haag, informiert seit 1990 umfassend über die Arbeit im Wald, so auch über die Trift auf dem Speyerbach.
Triftwanderweg Elmstein
Der ehemalige Förster Otto Feyock aus dem Elmsteiner Ortsteil Appenthal hat den Triftwanderweg Elmstein samt seinen großen Infotafeln ins Leben gerufen.
Burgen Breitenstein, Erfenstein und Spangenberg
Beim Weiler Breitenstein liegt die Ruine von Burg Breitenstein, gut einen Kilometer am Speyerbach abwärts beim Weiler Erfenstein links die Ruine von Burg Erfenstein, rechts die von Burg Spangenberg.
Museumsbahn Kuckucksbähnel
Die Museumsbahn Kuckucksbähnel verkehrt mit historischen Dampflokomotiven und Waggons zwischen Neustadt und Elmstein. Der reaktivierte Streckenteil von Lambrecht nach Elmstein führt am Speyerbach entlang und misst knapp 13 km.
Frohnmühle
Die Frohnmühle am Speyerbach zwischen Haßloch und dem Neustadter Ortsteil Geinsheim bietet neben ihrer Waldgaststätte eine noch in Betrieb befindliche Mühle sowie eine riesige Trauerweide als Naturdenkmal.
Aumühle
Die Aumühle am Speyerbach zwischen Haßloch und Hanhofen wartet mit Gastronomie und einem funktionierenden Mühlrad auf. Benachbart liegen der Freizeitpark "Holiday Park Haßloch" und eine Ponyfarm mit Gestüt.
Weblinks
- [http://people.freenet.de/greenland/p_speyerbach.html Informationen zum Speyerbach] (Stand: 2001)
- [http://www.speyerbach.info/ Großes Onlineprojekt "Speyerbach"] (seit 2005)
- [http://www.elmsteiner-tal.de/ Elmsteiner Tal]
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Nebenfluss des Rheins
Rhein
Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².
Name
Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.
Schifffahrt
Römer]]
Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.
Rheinstrom-Kilometrierung
Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen.
Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.
Flusslauf
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden.
Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.
Vorder-, Hinter- und Alpenrhein
Von der Quelle bis zum Bodensee
Isteiner Klotz]
Isteiner Klotz
Isteiner Klotz
Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein.
Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck.
Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist.
Rheindelta]
Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.
Hochrhein
Vom Bodensee bis Basel, km 0–150
Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt.
Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen.
Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).
Oberrhein
Von Basel bis Bingen, km 150–530
Nebenfluss]]
Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat.
Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald.
Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbet | | |